TRANS FIGURE – ALLEGORY OF LIFE ist eine sichtbare, hörbare und interaktive Hommage an Robert Koch und die Institution, in der wie seit Generationen so auch in der Zukunft ein lebensnotwendiger Austausch zwischen Labor und Umwelt stattfindet.
FOYER: WANDRELIEF
Ein Wandrelief aus dem natürlichem Material Linoleum ist bedruckt mit mikroskopischer Aufnahme einer Bakterienkultur. Es erstreckt sich über die beiden Seitenwänden des Foyers sowie zwei sichtbaren Etagen und verbindet seitlich den Raum zwischen der Glasfront und der Außenwand des Hochsicherheitslabors. Das Naturprodukt Linoleum ist bakterienabweisend und verfügt über eine nachgewiesene Lebensdauer von weit über hundert Jahren und ist deshalb insbesondere für die stark frequentierten öffentlichen Räume geeignet, die diversen Umwelteinwirkungen inklusive starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Bei den darauf abgebildeten Bakterienkulturen handelt es sich um eine neue musterbildende Bakterienart, die von Eshel Ben-Jacob (Israel), einem Pionier in der Erforschung von bakterieller Intelligenz und Sozialverhalten von Bakterien, entwickelt wurde. Für das Projekt wurden die Kulturen „soziale Kolonien“ von Israel nach Deutschland gebracht und im Atelier der Künstlerin wurden davon die mikroskopischenAufnahmen für die Installation erstellt. Die Bilder des Mikrokosmos der Kulturen erinnern an Wasserfarne oder Fraktale und legen sich wie ein Schatten über die Wände im Foyer. Fraktale Muster findet man oft in der Natur: Ein typisches Beispiel sind Strukturen von Farn oder wie in trans TRANS FIGURE – ALLEGORY OF LIFE auch bei Bakterienkulturen. Beim Betreten in den verglasten Eingangsbereich vermittelt die Installation den Eindruck einer blühenden Dschungel- oder Unterwasserlandschaft, die aus den ältesten Lebensformen der Erde bestehen – den Cyanobakterien.
FAHRSTUHL: BILD UND KLANG
Die Rückwand des Fahrstuhls besteht aus einem Kristallspiegel. In diesem Spiegel wird ein 3D Kontroll-Monitor eingesetzt, der mit den Lautsprecherboxen in Seitenwändenverbunden ist. Auf dem Monitor sieht man Fraktalbildungen, welche basierend auf den Algorithmen der Wachstums- und Kommunikationsprozessen der Bakterienkulturen, durch die Fahrstuhlbewegung kreiert werden. Mit Hilfe einer speziell dafür entwickelten Software werden die Basen der DNA von Bakterienkulturen derart transformiert, indem die wachstumsevozierenden Formenbewegungen direkt als Klänge ausgegeben und kommuniziert werden.
INTERNET: APPLIKATION (optional)
Auf einer Projektwebsite, die mit dem Institut verlinkt ist, sind Klänge, Bilder und Hintergrundinformationen abrufbar. Besucher der Website können mittels einer Mobiltelefon-Applikation auch den Einfluss auf die Bildgestaltung des Bildes im Fahrstuhl nehmen, in dem sie über Tastatur eine selbst kreierte DNA-Sequenz eingeben. Dies istjedoch nur bei Nichtnutzung des Fahrstuhles möglich (bei der Bewegung des Fahrstuhls kreiert der Besucher vor Ort das Bild direkt). Somit fungiert der Fahrstuhl auch als eine interaktive Ausstellungsplattform zwischen Außen- und Innenwelt.