Konzept für eine Medieninstallation am Shanghai/Zendai Contemporary Art Exhibition Hall (nicht ausgeführt)
Die Installation teilt sich auf in drei Elemente:
- 1. Live – Übertragung von mikroskopischen Aufnahmen
- Interaktive Medieninstallation
- Soundinstallation
- Live -Übertragung
Im Ausstellungsraum steht ein Video- Mikroskop, unter dem eine Petrischale mit Mikroorganismen aus der Wüste Gobi platziert ist. Die Pilzkulturen wurden in der Bundesanstalt für Materialforschung- und Prüfung (BAM) in Berlin für Forschungszwecke angelegt.
Die mikroskopischen Live-Aufnahmen werden auf einen Monitor übertragen. Das Wachstum und die Entwicklungsprozesse von den Reinkulturen aus dem Labor, die ursprünglich aus der Wüste Gobi stammen, werden für den Besucher im Ausstellungsraum zugänglich und sichtbar gemacht. Sobald eine Bewegung in der Petrischale durch den Zellwachstum stattfindet, wird diese fotografisch dokumentiert und in einem PC archiviert.
- Interaktive Medieninstallation
Großflächig wird der Mikrokosmos der Wüste Gobi mittels 2 Projektoren auf eine Wand im Ausstellungsraum projiziert. Das Bild von der Reinkultur aus dem Labor besteht aus ca. 200 Einzelaufnahme, die mit einer speziellen Software „zusammengenäht“ wurden.
Die einzelnen Pixel des Bildes werden „live“ auf die Wandflächen übertragen. Dabei bestimmen die Windkoordinaten vor Ort Flugrichtung und Geschwindigkeit der einzelnen Pixel und damit auch die Übertragungszeit des Bildes.
Die Windkoordinaten werden durch einen Windfängers am Gebäude ermittelt und in einen Computer übertragen, indem auch das Bild von den Gobi Pilzkulturen abgelegt ist. Mit Hilfe einer speziellen Software wird dann das Bild „live „ auf die Ausstellungswand übertragen. Sobald das Bild vollständig zu sehen ist, wird es wieder über den gleichen Weg abgetragen. Ein individueller Kreislauf wird von dem Windspiel der Natur gestaltet.
4.Soundinstallation
Die DNA der Pilzkulturen aus der Wüste Gobi wurde analysiert und bildet das Material für die interaktive Soundperformance. Die Daten der DNA Sequenzen werden mit Hilfe einer speziell entwickelten Software im Computer zu Tönen transformiert. Dabei wird Farb-Ton- Reihenfolge, Tonlänge und Tonlage live durch die Windkoordinaten vor Ort bestimmt.
Der Sound wird über einen Ultraschall von Soundspot übertragen und ist nur für die Person wahrnehmbar, die unmittelbar von dem Soundspot berührt wird und ist somit nicht im Ausstellungsraum wahrnehmbar. Der Soundspot ist eine flache Scheibe von 50 cm im Durchmessen und wird an der linken Galeriewand befestigt werden.
Zielsetzung
Kernstück der Ausstellung ist die Übertragung von einzelnen Pixeln, die live durch den Wind Vorort animiert werden und sich auf der Galeriewand zu einem Bild zusammensetzen. Das Bild zeigt eine mikroskopische Aufnahme von einer Reinkultur, die in der BAM Berlin angelegt wurde. Die abgebildeten Pilzkulturen stammen ursprünglich aus der Wüste Gobi und wurden für Feldforschungsversuche im Labor kultiviert.
Die Installation zielt auf eine digital und analog vermittelte ästhetische Erfahrung hin, die den Besucher für die Schönheit der dargestellten Natur sensibilisiert und damit auch das Thema der Nachhaltigkeit des Umgangs mit der Natur ins Spiel bringt.
Die Pilzkulturen bilden zusammen mit anderen Mikroorganismen die “Patina“, den natürlichen Biofilm auf der Wüstenoberfläche. Der Wüstenstaub und ihm anhängende Mikroorganismen werden mit Hilfe von Winden über den Erdball verteilt, wo er dazu beiträgt, andere Ökosysteme zu ernähren und zu schützen.
Das Bild von der Pilzkultur wird „live“ mittels des Windes Vorort in den Musealen Raum übertragen und auch wieder abgetragen. Ein individueller Kreislauf entsteht, der von dem Windspiel der Natur bewegt und gestaltet wird und als Objekt der Kunst mit dem Publikum in Dialog tritt.
Das Bild der Installation entwickelt und verändert permanent. Dabei wird der Besucher auch dahingehend mit dem Thema Zeit konfrontiert, als dass der Entstehungsprozess des Bildes auf der Ausstellungswand nicht auf seine visuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten angepasst wird, sondern er sich auf den natürlichen Rhythmus der Natur einstellen muss.
Der Genetische Code von den Pilzkulturen, die ursprünglich aus der Wüste Gobi stammen, wurde im Labor entschlüsselt. Die Bausteine des Biomoleküls bilden das Material für die interaktive Soundperformance. Erbinformationen aus der Wüstenpatina, werden durch die aktuellen Windkoordinaten Vorort mit Hilfe einer speziell entwickelten Software, im Computer zu Tönen transformiert. Die Farb-Ton- Reihenfolge und Tonlage wird live durch die Windstärke und Windrichtung bestimmt. Die in einer künstlichen Umgebung erforschten Erbinformationen, die „Geschichte“ der Wüstenpatina, werden durch den natürlichen Rhythmus der Natur dem Besucher zugespielt. Die dabei entstehenden Klangfarben, beeinflussen und gestalten die Stimmung und Gefühle des Ausstellungsbesuchers.
Auf der Galeriewand geschriebene Texte parallelisieren und unterstreichen die Assoziationen zu den Bildern, die in der Ausstellung zu sehen sind.
Umgesetzt wird die Installation in Zusammenarbeit mit Frau Pof. Dr. Gorbushina, Leiterin der Abteilung für “Material und Umwelt”, Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) in Berlin. Sie ist ebenfalls Leiterin eines international angelegten Forschungsprojektes, indem die Biofilmbildung in der Wüste Gobi untersucht wird.